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Open Source zieht ins Weiße Haus ein

1 November 2009 No Comment
Das weiße Haus in Washington DC mit OpenSource

Das weiße Haus in Washington DC mit OpenSource

Das Weiße Haus hat in dieser Woche ein neues Content-Management-System (CMS) für seine Webseite whitehouse.gov eingeführt: Die Open-Source-Software Drupal ersetzt ein aus der Zeit der Bush-Regierung stammendes proprietäres CMS. Drupal erlaube es den Nutzern, einfacher miteinander sowie mit Vertretern der Regierung zu kommunizieren, sagte Macon Phillips, der im Weißen Haus für neue Medien verantwortlich ist. “Wir haben nun eine Plattform, mit der wir mehr Stimmen auf die Seite bekommen.”

Einen Tag nach der Amtseinführung von Barack Obama hatten Phillips und sein Team whitehouse.gov äußerlich renoviert und ein Blog eingeführt. Phillips’ Leitsätze lauteten bereits damals: “Kommunikation, Transparenz und Beteiligung”.

Die Open-Source-Gemeinde feiert die Umstellung: “Das ist ein großer Sieg für Open Source”, schreibt der Autor und Verleger Tim O’Reilly in seinem Blog. Die Entscheidung werde andere Behörden ermuntern, ebenfalls freie Software einzusetzen. O’Reilly lobt Drupals “riesige” Bibliothek an Modulen, mit denen whitehouse.gov zum Beispiel skalierbare Livechats anbieten und seine Inhalte in mehrere Sprachen übersetzen könne. Außerdem werde die Webseite durch Drupal sicherer.

Drupal wurde im Jahr 2001 von Dries Buytaert entwickelt. Mit seiner Firma Acquia bietet Buytaert mittlerweile kommerzielle Dienstleistungen für Drupal an. Von 2010 an will Acquia das CMS unter dem Namen Drupal Gardens auch als SaaS-Version (Software as a Service) vermarkten. (cwo/c’t)

Quelle: heise.de

Kommentar von Marcus R. Odrowski:

Dieses kann ein weiteres Signal für die Zukunft von OpenSource sein.

Nicht nur regionale Behörden, wie die bayerische Landeshauptstadt München mit der Umstellung auf Linux in dem Projekt LiMux setzen in der konsequenten Umsetzung von freier Software eindeutige Signale.

Die französische Nationalversammlung stellte 2007 die Rechner der Abgeordneten und ihrer Assistenten auf Ubuntu um. Die Förderung von Freier Software hatte das Parlament bereits Ende 2006 beschlossen. Die Umstellung betraf 1154 Rechner. Im Januar 2008 gab die französische Gendarmerie bekannt, dass bis 2014 auf allen 70.000 Arbeitsplatzrechnern Windows durch Ubuntu ersetzt werden soll. Im ersten Jahr sollen 8.000 Arbeitsplätze migrieren.

Quelle: Wikipedia

Eine weiteres Beispiel ist Zufolge einem Bericht auf DefenseNews zufolge ist die US Army im Begriff, ihr Computersystem auf Linux zu migrieren. In diesem Jahr sind einige Treffen mit Entwicklern, Ingenieuren und IT-Spezialisten geplant, bei denen es darum geht, wie die Migration am besten durchführbar ist. Das momentane Hauptziel besteht darin, Methoden zu erarbeiten, um Linux in die bestehenden Systeme zu integrieren und zur Zusammenarbeit mit momentan vorhandenen Systemen, zum Beispiel Windows, zu bewegen. Im Endeffekt ist die komplette Migration auf Linux geplant. Das Wahllinux der Militärs ist Red Hat Enterprise Linux 5.

Im Jahr 2015 sollen die ersten FCS-Einheiten (Future Combat Systems) unter Linux laufen. FCS sind zukünfige Waffensysteme, die aus bemannten und ungemannten Fahrzeugen und Geräten bestehen. Diese sind untereinander vernetzt, um die Effektivität der einzelnen Einheiten zu steigern. Die ersten FCS müssen noch mit der Technik aus dem 20. Jahrhundert zusammenarbeiten, so dass die komplette Umstellung auf neue Technologien und auf Linux eines der Hauptziele des Projekts ist.

General Jeffrey Sorenson, Pressechef der Army, verglich die Situation und das Projektziel mit Legosteinen, welche runde und quadratische Noppen hätten. Man müsse einen Weg finden, dass alles zusammenpasst und gemeinsam arbeiten kann. Es reiche nicht, nur die Kampftruppen mit neuen Systemen auszustatten, sondern auch die unterstützenden Einheiten und die Hauptquartiere. Zum jetzigen Zeitpunkt kann nur eine begrenzte Anzahl der Linux-Systeme mit den Windows-Systemen zusammenarbeiten. Um das zu verbessern, strebt die Army eine totale Integration an. Das, was der Soldat auf dem Schlachtfeld sieht, soll genauso für den Piloten des Jagdfliegers sichtbar sein.

Neben den einzelnen Systemen für die Einheiten müssen auch Formate für den Informationsaustausch erarbeitet werden, so dass alle Abteilungen der Army in Windeseile verständigen können. Für das Jahr 2008 hat der Kongress eine Summe von 853,6 Millionen USD genehmigt, um die neuen Infrastrukturen aufzubauen. Diese werden vor allem für das Joint Tactical Radio System (JTRS) verpulvert, welches 2009 und 2010 in die Armee einziehen wird.

Information: www.defensenews.com

Siehe zum Thema auch im Tech Update: IBM steigt vom Microsoft Office auf Lotus Symphony um